Kopfkino

UnsER Gehirn - genial oder banal?

 

KOPF KINO

Bitte nicht die Ängste füttern, sie fühlen sich sonst sehr wohl und wollen nicht mehr weggehen.

Je mehr Futter sie bekommen, desto mehr gewöhnen sie sich daran, dass sie genährt werden, wachsen können und ihnen nichts passiert. Irgendwann werden sie immer fetter und schwerer. Und dann gewöhnen sie sich so an ihren komfortablen Zustand, dass sie gar nicht mehr weg wollen. Und Du zwingst sie ja auch nicht dazu - so können sie sich immer breiter machen und immer mehr gehen lassen und zeigen, wie sie sind. Und immer mehr Futter fordern. Und immer größer und schwerer werden. Sie werden immer dreister, immer fordernder.

 

Vielleicht lädt die Angst irgendwann all ihre Freunde ein, weil sie sich denkt: »Hey, das ist so schön hier, wir haben alles, und dieser Mensch lässt uns alles tun, was wir wollen!«. Und schon betreten auch Wut, Hass, Scham, Zweifel und Frust Deine gute Stube.

 

Es kommen immer mehr dazu. Es ist eine wilde Party und die 'Gäste' werden langsam ganz schön betrunken. Sucht und Kompensation haben sogar Drogen mitgebracht - die werden jetzt fleißig durch die Runde gereicht. So langsam wird es dekadent und das ganze droht zu eskalieren. So viele intensive Empfindungen und Rauschmittel auf einen Haufen...

 

Irgendwann haben natürlich alle Hunger. So viel hast Du aber gar nicht da. Also musst Du irgendwie Nahrung für sie erzeugen. Etwas anderes käme Dir gar nicht in den Sinn - Du bist es so gewohnt. Bei der Angst beginnst Du, indem Du in Panik gerätst, was wohl passiert, wenn Deine Frau diese Party sieht oder Dein Chef davon hört. Dem Scham ist gedient, weil Dir das so unangenehm ist, dass Du Dich am liebsten verkriechen, einfach flüchten möchtest. Das geht aber nicht, die anderen haben ja auch noch Hunger. Also beschließt Du Dich, sauer auf Dich selbst zu sein, weil Du das zugelassen und soweit kommen lassen hast. Das macht Dich so wütend und verzweifelt, dass Du dich in selbstzerstörerische Gedanken hineinsteigerst, sodass auch der Hass einen kleinen Snack abbekommt.

 

Sobald Du einmal alle durch hast, hat der erste wieder Hunger. Und Du bist völlig ausgelaugt und am Ende. Das bringt Dich alles nicht weiter. Das ganze Haus ist versaut, Du bist total durcheinander und hast absolut keine Ahnung, was Du jetzt tun, wo Du anfangen sollst. Also bist Du nur noch frustriert, überfordert, hilflos. Lethargisch gehst Du einfach ins Bett - das kriegst Du eh nicht in den Griff. Du kannst ja nix - ist doch eh alles egal. Auch Angst, Hass, Wut, Scham und Frust legen sich irgendwann schlafen. Um ihren Rausch loszuwerden und morgen wieder so richtig fit zu sein, um Dir auf den Sack zu gehen.

 

Und das beste daran
Es geschieht nur in Deinem Kopf. All diese 'Gäste' sind Illusionen / falsche Identifikationen, nichts Wahrhaftiges. Sie feuern Dein Kopfkino mit den damit verbundenen chemischen Körperprozessen (Emotionen) an, bis Du Dich in ihnen verlierst und sie aus freien Stücken heraus selbst weiter nährst, bis Du Dich ohne sie unvollkommen, schutzlos und alleine fühlst und sie nicht mehr gehen lassen kannst.

 

Bis sie eines Tages so mächtig sind, dass Du sie als Teil von Dir selbst siehst, weil Du Deinen wahren Kern nicht mehr erkennen und Deine Bedürfnisse nicht mehr wahrnehmen kannst. Bis sie die Kontrolle über Dich und Dein Leben übernommen haben und Du ihren Anweisungen mit einem unbewussten Automatismus befolgst und Dich vielleicht sogar selbst dabei beobachten kannst, wie Du Dich in diesem Labyrinth verfangen hast und Dich selbst in den Abgrund treibst.

 

Also bitte füttere nicht die Ängste! Nicht mehr! Höre auf damit und beginne den anderen Wolf in Dir zu füttern.

 

GEHIRN & ILLUSION

»Ich weiß, was ich gesehen habe!«

 

Es ist immer wieder verblüffend, zu welcher Eigentäuschung unser Gehirn in der Lage ist. Im Laufe unseres Lebens entdecken wir die Welt und machen Erfahrungen, wodurch sich das Gehirn so etwas wie ein Raster erstellt, nach dem es dann alles weitere ausrichtet, um sich innerhalb dieser Welt geschmeidig bewegen zu können. Das Gehirn kann wirklich Neues nur schwer erfassen. Stattdessen gleicht es eine aktuelle Situation mit seinem Erfahrungsschatz ab, um nach Übereinstimmungen oder Ähnlichkeiten zu suchen, um auch das aktuelle Geschehen einordnen zu können. In dieser Hinsicht ist der Verstand - ohne entsprechendes Bewusstsein oder Übung - ziemlich unflexibel. Oder besser gesagt energiesparend, um die gewaltigen und unzähligen äußeren Einflüsse der modernen Zeit bewältigen zu können.


Sicherlich kennt jeder Momente, in denen ein bspw. visueller Reiz erstmal irritierend ist, da das Gehirn dies zuerst überhaupt nicht einordnen kann und wir es somit mit den Augen auch nicht wirklich greifen oder 'scharf stellen' können. Als würden die Zahnräder im Kopf nicht richtig ineinander greifen. Das ist der Moment, in dem man oft perplex dasteht und dämlich ins Nichts guckt.


»Gehirn.exe has stopped working«

 

Dann plötzlich wird ein Schuh draus und das Bild ist eindeutig. Der Daten- und Bilderabgleich des Gehirns ist abgeschlossen.

Das kennt vermutlich jeder von optischen Täuschungen. Vielleicht hast Du ja auch schon einmal erlebt, wie Du etwas (Größeres) ausgeblendet hast und es erst plötzlich sahst, als Dein Gehirn es einordnen konnte? Oft ist es im Nachhinein sehr irritierend, dass es vorher einfach außerhalb der eigenen Wahrnehmung lag.


»Denken hilft zwar, nützt aber nichts.«
~ Dan Ariely ~

 

Es ist wirklich beeindruckend, wie genial unser Gehirn ist und wie unzuverlässig es gleichzeitig sein kann. Wir können uns jederzeit selbst enorme Streiche spielen. Es ist tatsächlich so, dass sich unsere gesamte Wahrnehmung nach unserer inneren Programmierung ausrichtet und dieses somit gänzlich von der Wahrnehmung anderer abweichen kann. Da wundert es doch nicht, dass es dermaßen viele Konflikte zwischen den Menschen gibt, die zu großen Teilen nur auf Kommunikationsbarrieren basieren.

Bewusstsein und Demut hierüber sind da sehr hilfreich, um die eigene Wahrnehmung zu schulen, wertungsfrei fließen zu lassen und mit dem Bauchgefühl und der Sicht anderer abzugleichen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass uns einiges in dieser Welt verborgen bleibt, wenn wir es nur durch unsere enormen Bewusstseinsfilter betrachten - oder sogar besser gesagt: verfälschen.

 

BODY DYSMORPHIA

Verfälschte Selbstwahrnehmung

 


»Die Dysmorphophobie oder körperdysmorphe Störung, genannt auch Entstellungssyndrom, ist eine Störung der Wahrnehmung des eigenen Körpers.«
~ Wikipedia


 

Bei diesem Phänomen nimmt der Betroffene einen oder mehrere bestimmte Teile seines Körpers deutlich anders wahr, als diese von seiner Außenwelt wahrgenommen wird. Das eigene Spiegelbild und sogar das eigene Körperempfinden können wenig bis stark verzerrt sein. Häufig wird die meiste Zeit des Tages mit der Sorge und dem Leiden um diese Makel verbracht, wobei manche Betroffenen häufig zwanghaft ihr Spiegelbild kontrollieren, während andere den Blick im Spiegel aus Angst meiden und wieder andere zwischen beiden Varianten hin- und herspringen. Dieser eingebildete bzw. nur minimal vorhandene Defekt im eigenen Erscheinungsbild kann sich auf jegliche Körperteile und -regionen beziehen und einen starken Leidensdruck verursachen sowie die Arbeits- und/oder Lebensweise beeinträchtigen.

 

Manche Betroffene konzentrieren sich hierbei auf einen einzigen Körperteil, wie beispielsweise Nase, Ohren, Mund, Brüste, Hintern. Bei anderen drückt sich dies über mehrere Körperregionen aus und kann sogar von einem Körperteil zum anderen wechseln, da es sich hier um eine Störung psychischen Ursprungs handelt. Nicht selten handelt es sich um Menschen, die ganz normal oder nach gesellschaftlichem Standard sogar 'sehr attraktiv' aussehen, dies jedoch selbst nicht so empfinden.

»Die Betroffenen beschreiben die ungeliebten Körperteile als hässlich, unattraktiv, deformiert, abscheulich oder monströs. (...) und suchen nach Bestätigung, dass die wahrgenommenen Makel tatsächlich vorhanden sind. (...) Die Störung kann zu sozialer Isolation, Depression, Drogen- oder Alkoholproblemen, wiederholten Psychiatrieeinweisungen, Selbstverletzung, Selbstmordverhalten und Selbstmord führen.
Quelle: MFD MANUAL


Hier drei typische Beispiele für die körperdysmorphe Störung:

  • Muskeldysmorphie
    Ein Mann mit athletischem Körper, der denkt er habe zu wenig oder kaum Muskeln, was zu der Besessenheit führen kann mehr Muskelmasse aufzubauen oder sogar Anabolika zu nehmen.
  • Geschlechtsidentitätsstörung
    Eine anhaltende Nichtübereinstimmung zwischen dem biologischen Geschlecht und der Geschlechtsidentität eines Betroffenen.
  • Anorexia nervosa (Magersucht)
    möglicher massiver Gewichtsverlust mit bis zu lebensbedrohlichen Folgen, während sich die/der Betroffene selbst trotz (starkem) Untergewicht im Spiegel und in der körperlichen Selbstwahrnehmung als dick empfinden kann.

 

 

ILLUSION SELBSTWAHRNEHMUNG

Die Prinzipien und Wirkweisen des Lebens finden immer mehr Integration in die Wissenschaft. Leider oft mit negativen Stempeln dogmatisiert, findet man heutzutage immer häufiger Annäherungen an das Verständnis der Naturprinzipien auf wissenschaftlich-schulmedizinischer Ebene.

 

Die Illusion der Selbstwahrnehmung
Können wir überhaupt jemals wissen, wie wir wirklich aussehen?

 

Im vorherigen Post haben wir Euch das Phänomen der »körperdysmorphen Störung« (https://t.me/Akademie_Lebensberatung/619) erläutert, um Euch ein prägnantes Beispiel dafür zu geben, wie sehr wir uns in unserer Wahrnehmung täuschen können; Oder besser gesagt: wie sehr uns unser Gehirn aufgrund von Traumata, Ängsten, Programmierungen usw. manipulieren kann, bis dahin, dass wir unseren eigenen Körper gänzlich verzerrt wahrnehmen. Es gibt Versuche mit Magersüchtigen, die vor dem Spiegel und mit Maßband zeigen sollen, wie groß ihr Bauch ist bzw. wie sie diesen wahrnehmen. Obwohl sie total runtergehungert waren, legten sie mit dem Maßband einen mehrfach größeren Umfang, als ihr Bauch eigentlich hatte.

 


Unsere innere Einstellung,
was wir in uns tragen,
bestimmt unsere Realität!


 

Unsere Wahrnehmung kommt von innen und kann sich somit eklatant von der Wahrnehmung anderer unterscheiden. Gefangen in Programmierungen ist es teils unmöglich, einen ansatzweise ehrlichen Blick auf alles zu legen. Hierbei ist oft auch völlig irrelevant, wie andere Menschen die Dinge sehen und was sie einem sagen; man ist quasi gefangen im eigenen Wahrnehmungsfilm und sozusagen immun gegen jeglichen Input von außen. Ist man bereit dazu, ist es an der Zeit, können auch diese Informationen auf einen wirken und hilfreich sein. Doch vorher prallen sie einfach ab oder triggern im schlechten Fall sogar nur noch mehr.

Wir sehen wieder: Sowohl das "Problem" als auch die Lösung stecken in uns selbst. Und wir sehen: Was in uns steckt beeinflusst alles! Wie wir die Menschen sehen, das Leben verstehen, herausfordernde Situationen angehen oder bewerten, wie wir denken, sprechen, handeln, fühlen. Und somit auch das, was uns im Leben begegnet.


Unsere Augen und unser Gehirn sind nicht verlässlich, sondern höchst täuschbar - alleine schon, da sie ihre Schlussfolgerungen immer aufgrund bereits vorhandener Daten zusammenkleistern. Das Gehirn ist stets dabei abzugleichen und zu assoziieren und so entsteht innerhalb des Egodenkens keinen Raum für Neues. Was wir durch unsere Augen blicken und was daraufhin in unserem Gehirn und Verstand daraus konstruiert wird, arbeitet mit den alten Informationen unserer tiefsten Programmierungen.

Im Video sieht man sinnbildlich, dass es viele grundlegend unterschiedliche Sichtweisen auf dieselbe Sache gibt. Keine der Sichtweisen ist falsch, lediglich begrenzt, denn bei diesen handelt es sich jeweils nicht um die einzige Perspektive.

 

Es wäre also durchaus im Bereich des Möglichen, dass ein Mensch das Gras grün sieht und ein anderer sieht es rot. Doch wer von beiden spricht hier die Wahrheit? Beide und keiner. Wer kann das am Ende wirklich beurteilen? Haben wir nicht alle unsere Filter? Doch trotzdem beharren viele Menschen derart stur auf ihrer eigenen Ansicht, mit wenig Verständnis für die möglichen Realitäten anderer. Mein Weltbild, mein Weg, meine Sichtweise, meine Lektionen passen nur in wenigen Fällen zum Weg anderer Menschen. Daher ist es wichtig anderen nicht das eigene überzustülpen. Platt gesagt: die perfekte Diät für mich kann einen anderen Menschen töten.

 

Die Kunst ist, seinen eigenen Weg zu gehen und dabei standhaft bei sich zu bleiben, auch wenn alle anderen einem einreden, dass der Weg falsch sei und zweifeln. Ein echte Guru ist keiner, der eine bestimmte Strategie anpreist, denen alle zu folgen haben. Sondern jemand, der Dich auf dem Weg zu Dir selbst begleitet. Und zwar bei jedem Menschen und jeder Situation ganz individuell und dem Fluss angepasst.

 

 

Schulstraße 9 · D-83112 Frasdorf · 08052 / 6779972 · info@ganzheitliche-akademie.de